Eva Schmitz-von der Lohe (geb. Bisanz) studierte Violoncello bei Jürgen Wolf (Düsseldorf) und Prof. Adriana Contino (Musikhochschule Freiburg). Während ihres Studiums widmete sie sich intensiv der Kammermusik, sowie der Alten und Neuen Musik auf modernen und historischen Instrumenten, dazu erhielt sie Unterricht auf dem Barockcello und der Viola da gamba. Ihre Fähigkeiten vertiefte sie durch Meisterkurse und Akademien, u.a. mit Job ter Haar, Gustav Rivinius, Prof. Matías de Oliveira Pinto, Janós Starker, Neue Düsseldorfer Hofmusik, Freiburger Barockorchester & ensemble recherche. Eva ist  freischaffend tätig, vorwiegend im Raum Düsseldorf, Essen und Freiburg. Sie ist eine begeisterte Continuo-Cellistin und Mitglied mehrerer Ensembles. Nach einer längeren Phase intensiver Familienarbeit verfolgt sie derzeit noch ein Aufbaustudium Barockcello an der Folkwang Universität der Künste bei Markus Möllenbeck.

Just in Time* Barockcello

Mein Programm (insgesamt ca. 55 Minuten Spielzeit) setzt sich zusammen aus drei Stücken unterschiedlicher Epochen, die verschiedene Aspekte meines Hauptfach-Instruments Barockvioloncello zeigen sollen. Es sind drei Original-Kompositionen für dieses Instrument, das jeweils aber unterschiedlich eingerichtet beziehungsweise ergänzt wird.

Die Suite für Violoncello Solo Nr. VI von Johann Sebastian Bach (1685-1750) ist für ein fünfseitiges Cello (C-G-d-a-e’) geschrieben; ein solches Instrument wird mir dankenswerterweise von meinem Hauptfachlehrer zur Verfügung gestellt. Die Suite in D-Dur BWV 1012 ist die ausladenste und prachtvollste der sechs Cellosuiten, und es ist eine besondere Gelegenheit für mich, sie in ihrer originalen Form aufzuführen, in der nichts von ihrer spielerisch reichen Struktur durch zusätzliche technische Virtuositäten wegen der sonst fehlenden e-Saite überdeckt wird.

Die aus Anlass dieses Projektes komponierte Fantasie „Through the Mists of Time“ von Frank Zabel (*1968) für Barockcello und Live-Elektronik ist für ein viersaitiges Barockcello geschrieben, und spielt mit den Möglichkeiten elektronischer Verzerrung und Modifizierung des eigenen Klanges in Echtzeit. Ich freue mich sehr, dass ich den Komponisten für dieses Projekt und auch zur eigenen Bedienung der Live-Elektronik gewinnen konnte.

Das „Concerto da me Hertel“ in a-Moll von Johann Wilhelm Hertel (1727-1789) für Violoncello, 2 Violinen, Viola und Basso continuo von 1759 steht als gewichtiger und eigenständiger Beitrag zur Gattung des Violoncellokonzerts unter dem Eindruck der Cellokonzerte Carl Phillip Emmanuel Bachs auf dem Weg in den Stil des Sturm und Drang und der Klassischen Epoche. Es ist mir ein besonderes Vergnügen, für dieses Concerto wieder ein Team zusammenzustellen und als Solistin im Ensemble das Programm und damit mein Studium zu beschließen.

 

Die Gelegenheit, in der Mitte des Lebens noch einmal ein künstlerisches Abschlussprojekt an einer Universität der Künste zu gestalten, kommt mir als Chance entgegen, mich noch einmal grundsätzlich als Instrumentalistin zu positionieren. Welche Berechtigung und welchen Wert hat es, eine so alte Kulturtechnik angesichts moderner Musikproduktion handwerklich und auch noch in historisch angenäherter Weise zu pflegen und zu spezialisieren? Wie unabhängig und jenseits von Perspektiven der Monetarisierung bewege ich mich mit dieser Kunst, und welchen Sinn ergibt das für mich persönlich? Welches Gewicht nimmt die Spezialisierung auf Alte Musik in meiner musikalischen Praxis ein, und wie möchte ich diese Erfahrungen auch in den anderen Bereichen meiner cellistischen Tätigkeit verarbeiten? Mit diesen Fragen werde ich durch die Auseinandersetzung mit meinem ausgewählten Programm im Kontext der Universitätsprüfung konfrontiert, und freue mich schon darauf, sie hauptsächlich musikalisch handelnd zu beantworten. Ein Plädoyer für lebenslanges Lernen und die Kontinuität künstlerischer Entwicklung kann dieses Projekt jedenfalls werden.

Neuss, im März 2026.

Aktuell

MAI

2.  Folkwang BAROCK "2x Philipp" / Werke von Georg Philipp Telemann & Carl Philipp Emmanuel Bach / Ltg. Christian Rieger / Folkwang Campus Duisburg, Düsseldorfer Str. 19 / 16h.

4. Vortragsabend der Instrumentalklassen Alte Musik / Werke von Biber, Gabrielli, Lanzetti, A.-L. Couperin, J. S. Bach (Suite 6, 1-3), M. Blavet / Folkwang Campus Duisburg, Düsseldorfer Str. 19 / 19h30.

22. Vortragsabend der Instrumentalklassen Alte Musik / Werke von J. S. Bach u. a. (Suite 6, 3-6)  / Folkwang Campus Duisburg, Düsseldorfer Str. 19 / 19h30.

https://www.folkwang-uni.de/home/musik/fachgruppen/alte-musik/aktuell/vollanzeige/alte-musik-an-folkwang-praesentiert-sich-mit-vortrag-und-konzerten

 

23. CELLISSIMO!! -- Barocke Werke für 2 Celli & Cembalo. / Werke von D. Gabrielli, J. Klein, F. Geminiani, J. M. C. Dall'Abaco, J. S. Bach, S. Lanzetti / Charlotte Kiefer & Eva Schmitz-von der Lohe, Barockcello; Christine Hintz-Kosfelder, Cembalo / St. Christophorus, Wolfsburg / Eintritt frei, Spenden erbeten / 19h30.

http://www.kirchewolfsburg.de/

 


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Cellounterricht – barock und modern!

im Raum Düsseldorf / Neuss

 

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